BARNTRUP               LEMGO                                                                                                                                                 

Sommersell     "Einfach SCHÖN"  -- Weiter zur Seite 2 mit Bildern --      

Wer nicht gerade in Sommersell wohnt, kennt den beschaulichen Ortsteil vielleicht gar nicht. Ortskundige nutzen die Strecke von Bega über den Berg auch als Abkürzung zur Ostwestfalenstraße. Der Dorfmittelpunkt hat sich jedoch etwas vom Charme alter Bauernortschaften bewahrt. Natursteinmauern säumen restaurierte Höfe und Häuser.

G. Dubbert, zweiter Vorsitzender des einzigen Vereins im Ort, dem Heimatverein, kennt sich bestens aus. Er berichtet von der jüngeren Entwicklung des ca. 400 Einwohner zählenden Dorfes. Etwas vom alten Dorf getrennt liegt das Neubaugebiet, das ab 1956 bebaut wurde. Es war den meisten Alteingesessenen willkommen da nun auch ihre Kinder ein eigenes Haus beziehen konnten. Davor handelte es sich um eine auf wenige Einzelgänger eingeschworene Gemeinschaft. Die Gründung des Heimatvereins vor 20 Jahren brachte die "Neuen" mit den "Alten" zusammen, weil alle zwei Ziele vor Augen hatten: Die Verschönerung des Ortsteils und die Förderung der Gemeinschaft. Der Heimatverein mit Vorsitzendem R. Dux an der Spitze zählt heute ca. 180 Mitglieder, darunter auch Jugendliche. Zahlreiche Projekte konnten in Gang gebracht werden wie der Bau der Grillhütte, der eigentlich zur Vereinsgründung geführt hatte, Einfriedung des Bolz- und Festplatzes, Errichtung der Schutzhütte, Bau eines Grills, Erneuerung von Wanderwegen und Aufstellung von Wandertafeln sowie der Bau des Pengelhäuschens. Dieses hat eine Glocke, mit derer Hilfe in früherer Zeit die Bevölkerung bei Feuer alarmiert wurde. Sie wird heute genutzt, und zwar wenn alte Sommerseller gestorben sind. 1988 erfolgte der Betritt zum Lippischen Heimatbund. Im gleichen erwarb die Stadt Barntrup den alten Dreschplatz vor dem Gelhaus, das der Verein wieder aufbaute. In dem Holzhaus lagern jetzt Geräte und Gegenstände, die bei Festen und Umzügen gebraucht werden. Auch können sich Bürger dort versammeln.

Urkundlich erwähnt wurde Sommersell erstmals 1364. Damals noch als Sommersele bezeichnet. Der Namensteil Somme ist eine Umwandlung des Familiennamens Sudmar, so war der Ort wohl ursprünglich "Sudmars Siedlung". Zum alten Ortskern mit seinen 150 bis 200 Jahre alten Gebäuden und der Hofgruppe Bentrup kam die Waldsiedlung "Im Wietrog". Seit 1928 hat Sommersell erst elektrisches Licht – teilweise unter erheblichen Widerstand der Bauern, die mit der Überlandleitung Probleme beim Bewirtschaften der Felder befürchteten. Nur noch wenige Bauern verdienen ihren Lebensunterhalt heute mit der Landwirtschaft. Die meisten Berufstätigen kommen abends von auswärtigen Arbeitsstätten heim und freuen sich über die Ruhe im Ort. Es gibt noch einen Lebensmittelladen, über den besonders die älteren Leute dankbar sind, denn sie Busverbindungen sind besonders in den Ferien schlecht. Die einzige Gaststätte öffnet nach vorheriger Anmeldung mehrerer Gäste, denn die viereckige Kiste im Wohnzimmer ist meistens ein größerer Anziehungspunkt.

Anklang finden immer Veranstaltungen des Heimatvereins, Grill- sowie Weihnachtsfeste, Jahresausflüge und Wanderungen. Dabei seien jung wie alt gleichermaßen vertreten, versichert G. Dubbert glaubhaft. Im gefällt besonders die Ruhe hier. "Wenn ich aus dem Fenster schaue habe ich als Fernseher die Natur", schmunzelt der Sommerseller. Seine Frau kann ihm da nur beipflichten. Geht er durch den Ort, wird mal hier, mal da ein Pläuschchen gehalten. Wenn Aktivitäten des Heimatvereins anstehen, ist auch immer jemand da, der mit anpackt.

Die Schönheit der Landschaft erschließt sich einem am besten beim Spazieren gehen. Sommersell schmiegt sich anmutig in eine nach Osten geöffnete Talmulde, die wieder durch kleinere Täler gegliedert ist – ein Anblick der immer wieder erhebend sein soll.

Informationen durch die Lippische Landeszeitung LZ                                                                                          http://www.lz-online.de

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Von Sommersell nach Düsseldorf Gerresheim