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Gerresheim Impressum

Die Fabrikstadt Gerresheim hat Jahrhunderte der reizvollsten Idylle hinter sich. Schon zur Römerzeit trafen dort zwei wichtige Straßen zusammen. Die Feldfluren waren fruchtbar, und waldige Hügelketten schützten das Gefilde im Osten und Norden gegen rauhe Stürme. Ein fränkischer Ritter, Gerrich geheißen, wählte diese Fluren zur Errichtung eines Stiftes.

Die junge fromme Gründung lag ihm sehr am Herzen, stattete er sie doch mit einer Anzahl Hofstellen ringsum im Bergischen Land aus, sogar mit Weinbergen in bester Lage bei Linz am schönen Rheinstrom. Seine einzige geliebte Tochter; Regenbierg, wurde die erste Äbtissin des Stiftes

Ein geräumiges Stiftsgebäude war errichtet. Ein Kirchlein schloß sich daran an, wo die frommen Damen sich mit Gott beschäftigen mochten. Groß brauchte es nicht zu sein, auch wenn es alle Gläubigen zum Gebet einladen sollte, die im Umkreis seines Glockenschalles wohnten. Die Gegend war nicht dicht bevölkert. Sumpfige Rheinniederung bedeckte die Ebene vom eigentlichen Flußbett bei Düsseldorf bis zum Grafenberg. Hier und da nur lag eine einsame Fischerhütte verborgen im Schilf. In dem engen fruchtbaren Talstreifen aber, zwischen dem Grafenberg und den Ostbergen Gerresheims, war nur für einige Gehöfte Raum. Um Kirche und Stift wurden unter Einschluß des Hofgutes

Gerresheim Basilika

Wall und Mauer gezogen. Des heiligen Märtyrers Hippolyt Gebeine wurden in frommem Zuge von Rom nach Gerresheim gebracht, und damit glaubte man alles getan zu haben, was der Siedlung zum äußeren Schutze gereichen konnte. So war es um das Jahr 870. Über Fluren, Hofgebäude, Wallmauern und Stift läuteten die Glocken des Friedens.

Wenn es richtig ist, daß jemand sich den Ort zur letzten Ruhestätte auswählt, der ihm im Leben ans Herz gewachsen ist, so war Gerresheim des Ritters Gerrich Lieblingsaufenthalt, denn hier ließ er sich bestatten und noch heute ruht das, was von ihm sterblich ist, in einem kunstvollen sandsteinernen Sarkophag im hohen Chor der Kirche.Wall, ausgezackte Wehrmauer und Sankt Hippolyts Get beine waren aber nicht imstande, schlimme Gäste von der jungen Gründung abzuhalten. Was machte sich der Hunne aus alledem! Zweimal setzte er den frommen adeligen Damen den roten Hahn auf Stift und Kirche und verwüstete alles bis auf den Grund. Das. waren schlimme Zeiten für den Konvent zu Gerresheim, und manche Stiftsdame mag da gezittert haben vor unritterlicher Behandlung, Schändung und Mord.

Wenn aber die Zeiten wieder ruhiger geworden waren, glättete sich auch die Woge des Schreckens. Die von den Hunnenrossen zerstampfte Erde nahm das neue Saatkorn auf, und die zerwühlten Kräuterbeete trieben frisches Grün. Am meisten aber halfen Mut und Gottvertrauen den Kanonissinnen, die immer wieder zur Stelle der Verwüstung zurückkehrten. Jedesmal schöner und prächtiger als das Zerstörte wuchs das Neue aus dem Brandschutt hervor, und von dem letzten Neubau anno 236 schreibt noch heute der Kunsthistoriker: <Die Stiftskirche zu Gerresheim ist geradezu mustergültig in Stil und Anordnung und nächst Sankt Quirin zu Neuß das vollendetste Bauwerk ihrer Art am ganzen Niederrhein.> Von dem Stiftsgebäude selbst ist nur noch der Osttraktus erhalten. Auch er zeigt, welch reicher Formensinn dem Werkmeister und seinen Bauherrinnen eigen war. Wie reizvoll wirken die kleinen Rundbogenfenster in dem dicken Tuffsteinmauerwerk,und wie zierlich springen die Bogen des Kreüzganges von Säulchen zu Säulchen.

 aus “ Das Stiftsfräulein von Gerresheim ”                                                         WEITER

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